Warum Timbermarket?

Warum Timbermarket?

Nachhaltigkeit

Im Jahre 1972 veröffentlichte der Club of Rome das Buch “Die Grenzen des Wachstums”. Die hierin formulierte Kernthese,  das in einer endlichen Welt kein unendliches Wachstum möglich sei war seinerzeit revolutionär und förderte in den darauf folgenden Jahrzehnten Entwicklungen zu größerem Umweltbewusstsein und einem anderen Verständnis volkswirtschaftlicher Erfordernisse.

Bereits wenig später waren erste Auswirkungen der Begrenztheit von Recoursen während der Ölkriese für jedermann spürbar. Zwar waren diese Engpässe geopolitischen Ursachen geschuldet, so wurde es doch zum ersten mal fassbar, wie fragil das Wirtschaftssystem der westlichen Industrienationen war.

Ab Mitte der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts rückten durch Waldsterben und die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl Themen des Umwelt- und Naturschutzes in den Fokus einer breiten Öffentlichkeit.

Dabei war die durch den Club of Rome formulierte These von der Endlichkeit des Wachstums nichts neues. Bereits in der Legende von der Erfindung des Schachspieles wird anschaulich demonstriert, was existenzielles Wachstum bedeutet. Der persische Herrscher Shihram gewährte dem Gelehrten Sissa ibn Dahir für die Erfindung des Schachspieles eine Belohnung. Dieser verlangte sich ein Reiskorn auf dem ersten Feld des Schachbrettes. Zwei Reiskörner auf dem zweiten Feld, Vier auf dem Dritten und so fort bis zum 64. Feld des Brettes.

Nachdem der Rentmeister des Herrschers damit beauftragt wurde, den Lohn auszurechnen musst dieser Vermelden, das im ganzen Reich keine 18,45 Trillionen Reiskörner aufzufinden seinen. Immerhin hat diese Zahl 19 Stellen.

Auch wenn die kapitalistische Wirtschaftstheorie nicht von einem Wachstum von 100 % je Zyklus ausgeht, sondern vielmehr 2-3 % anstrebt, wird bereits aus dem Beispiel aus der persischen Antike deutlich, dass es kein sich ständig durch Kumulation verstärkendes Wachstum geben kann.

Globalisierung

Seit erscheinen des Buches hat sich die Welt stark verändert. Technisierung und globale Arbeitsteilung haben ein zuvor nie gekanntes Niveau erreicht. Neue Technologieen erfoltern weitere seltene Rohstoffe, die mit zum Teil erheblichen Folgen für die Natur gewonnen werden. Der Raubbau an den letzten Naturräumen des Planeten hat inzwischen verheerende Ausmaße angenommen und für das globale Ökosystem irreversible Schäden verursacht. Die Uhr steht längst nicht mehr auf 5 vor 12. Uns ist inzwischen die Zeit davongelaufen.

Klimawandel

Die Folgen des Wirtschaftens der letzten 2 bis 4 Generationen spüren wir heute vermehrt. Die durchschnittlichen Jahrestemperatur ist bereits deutlich gestiegen. Sommerhöchsttemperaturen jenseits der 35 C sind in Mitteleuropa inzwischen die Regel.

Als Ursache hierfür wird die CO²-Konzentration in unserer Atmosphäre ausgemacht. Sich hieraus ergebende Folgeeffekte wie die stärkere Aufwärmung des Bodens durch zuvor von Eis bedeckten Flächen oder die Freisetzung von Methan aus den nun auftauenden Permafrostböden der Tundra beschleunigen die Erderwärmung zusätzlich.

Mit einem Anteil von 8 % an der CO²Gesamtemission ist die Herstellung von Zement hierbei besonders klimaschädlich. Addiert man die petrochemischen Baustoffe sowie die Emissionen die durch Rückbau und Recycling von Gebäuden entstehen hinzu. wird deutlich, welch großen Anteil die Bauwirtschaft am Klimawandel hat.

 
 

Das Vorbild der Natur

Der Begriff der Nachhaltigkeit geht auf den sächsischen Bergrat und Forstbeamten Hans Carl von  Carlowitz zurück. Dieser hat bereits im 18. Jahrhundert eine Bewirtschaftung des Waldes empfohlen, bei denen die Wachstums- und Regenerationsgrenzen als Grundlage des Holzeinschlags dienen sollten.

Aber auch in anderer Hinsicht kann der Wald als Beispiel dienen, wie ein Wirtschaften funktionieren kann, bei dem nicht grenzenlosen Wachstum und Gewinnmaximierung im Mittelpunkt stehen.

Es wächst kein Baum in den Himmel. – weiß schon der Volksmund zu berichten.

Der Wald ist ein Kreislaufsystem bei dem Wachstum und Zersetzung untrennbar verbunden sind.

Genau wie der Baum wieder in seine Einzelteile zerlegt als Nahrung der nächsten Generation dient lassen sich auch viele Bestandteile eines Hauses zerlegen und wiederverwerten. Hier wollen wir von Timbermarket helfen um als Marktplatz und Tauschbörse für Hausbesitzer dienen. Seien es alte Ziegel, Bruchsteine, Lehm oder Bauholz vieles lässt sich mit wenig Aufwand ausbauen und kann wiederverwendet werden. In manchem Bauteil stecken Handwerkstechniken und Fachwissen vergangener Jahrhunderte. Manche Tür ist ein kleiner kunsthistorischer Schatz, weiß still manche Geschichte von den Menschen zu erzählen, die sie über Jahrhunderte benutzt haben.

Wenn ein solcher Schatz eine neue Verwendung findet in einem anderen Gebäude leisten wir auch einen kleinen Beitrag unser kulturelles Erbe zu bewahren.

Gerade die Eigentümer von Denkmalimmobilien werden von den Behörden oft vor finanziell schwer stemmbare Aufgaben gestellt. Tauschen oder Verschenken kann hier oft eine echte Win-Win-Situation schaffen. Auch hier will Timbermarket Menschen zusammenbringen.

Demographischer Wandel

Besonders der ländliche Raum steht bereits seit Jahren unter erheblichem demographischem Druck. Viele Immobilien stehen leer und sind dem schleichenden Verfall preisgegeben. Deshalb haben wir auch eine Kategorie zur Vermarktung von Immobilien eingerichtet. Gerade bei Häusern hat der Gedanke der Wiederverwenden statt Wegwerfen einen besonders großen Effekt für die Umweltbilanz.

Du bist nicht allein.

Tausche nicht nur Deine Baustoffe, tausche auch Dein Wissen. Denn jede Baustelle ist anders.

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